Inklusionsklasse

Auf dem Weg zur inklusiven Schule

Im Schuljahr 2007/2008 startete die Kooperation der Schwarzbach-Schule der Johannes Diakonie Mosbach (Sonderschule in privater Trägerschaft) und der Merian-Schule Epfenbach (heute Grund- und Werkrealschule).
Damals wurden 6 Kinder der Schwarzbach-Schule der Johannes-Diakonie Mosbach mit 13 Grundschülern der Merian-Schule nach dem sogenannten „Außenklassenmodell“ eingeschult. Die Klasse verstand sich jedoch von Anfang an als eine Klasse und wurde durchgehend gemeinsam beschult. Seither erhalten die Schüler/innen gemeinsam Unterricht in einem Klassenverband durch ein interdisziplinäres Team aus Sonderpädagogin, Grundschullehrerin, Heilpädagogin, Physiotherapeutin und Integrationskraft. Die Schüler der Schwarzbach-Schule gingen nach Ende der 4. Klasse mit den jetzigen Werkrealschülern in die Außenstelle der Merian-Schule nach Eschelbronn.

2011 wurden erneut 6 Kinder der Schwarzbach-Schule gemeinsam mit 22 Grundschulkindern der Merian-Schule eingeschult. Auch diese Klasse wird durchgehend gemeinsam unterrichtet. Die Klasse wird nun aufgrund der Klassengröße von 29 Schüler/innen weitgehend in zwei heterogenen Lerngruppen von 14 bzw. 15 Schülern unterrichtet.
Die Schüler beider Integrationsklassen lernen in Kooperation miteinander an einem gemeinsamen Unterrichtsgegenstand, verfolgen dabei jedoch unterschiedliche, auf ihre jeweiligen Lernvoraussetzungen abgestimmte Lernziele (vgl. u.a. Feuser, Georg 1986/1995). Die Erfahrung zeigt, dass durch die Differenzierung von Zielen, Methoden und Materialien, ein für alle Schüler effektives und effizientes Lernen möglich ist. Dieses hohe Maß an Differenzierungsmöglichkeiten und individueller Förderung kann nur im Team geleistet werden und erfordert ein Umdenken hinsichtlich der konventionellen Lehrerrolle.
Solange kein konkretes Konzept für die Inklusion von Schülern mit Behinderung von bildungspolitischer Seite vorliegt und Gemeinschaftsschulen noch nicht flächendeckend vorhanden sind, kann das ehemalige „Außenklassenmodell“ ein Türöffner sein.

Im Projekt „Inklusionsorientierte Schulentwicklung“ des evangelischen Schulwerkes arbeiten Teammitglieder und Schulleitungen der Schwarzbach-Schule und der Merian-Schule an einem gemeinsamen Konzept zur echten Teilhabe von Schülern mit Behinderung. Angestrebt wird eine inklusive Beschulung. Hierfür sollen Kinder mit Behinderung, wie alle anderen Kinder auch, sich regulär an der Merian-Schule anmelden können. Der im Augenblick von der Schulverwaltung dafür zur Verfügung stehende Weg sieht eine Meldung von Seiten der Eltern beim Staatlichen Schulamt Mannheim mit dem Wunsch auf gemeinsame Beschulung (GU) vor. Nähere
Informationen hierzu findet man im Flyer der Arbeitsstelle Kooperation zum gemeinsamen Unterricht.

(http://www.schulaemter-bw.de/servlet/PB/show/1364336/ssama_gu_Elternwegweiser20120312.pdf)

Einzelne Schüler/innen in anderen Grundschulklassen der Merian-Schule, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf zwischenzeitlich festgestellt wurde, werden derzeit inklusiv beschult und wechselten nicht in eine Förderschule.